Die Sage

Die Sage

Wer in das Zammerloch - die mystische Klamm Tirols - hineingeht, wird wahrlich auf geheimnisvolle Erscheinungen stoßen

In der Zammerloch-Klamm lebte einst ein alter Schmied. Seine Frau war schon vor vielen Jahren gestorben und das Alleinsein machte ihn zu einem verstockten, hartherzigen Alten. Eines Tages aber sah er beim großen Wasserfall eine wunderschöne Lichtgestalt, die herzergreifend sang - eine Nymphe. Der verstockte alte Mann begann mit dem schönen Fräulein zu reden und erzählte ihr von seiner Einsamkeit. Die gutherzige Wassernymphe zog daraufhin zu dem alten Mann in die Schmiede. So lebten sie viele gemeinsame Jahre in der Zammer Klamm

Die Schönheit des Mädchens blieb natürlich von den jungen Burschen der Gegend nicht unbemerkt und viele Brautwerber machten ihr den Hof. Der Hirt der Lochalm hatte sich ebenfalls in sie verliebt und fragte bei dem Schmied um die Hand seiner angenommenen Tochter an. Der Schmied wollte die Nymphe nicht mehr gehen lassen und stellte daher dem Hirten drei nahezu unlösbare Aufgaben… Erst nachdem der Hirte diese Prüfungen bestanden habe würde er die Erlaubnis zur Hochzeit bekommen.

 

 

Der Hirte stellte sich den drei Aufgaben und meisterte diese mit Bravur. Der Schmied willigte der Hochzeit der beiden Liebenden ein, wollte sein Versprechen aber nicht halten und schnitt die Tragseile der Hängebrücke zur Schmiede an. Als der Hirte voller Vorfreude die Brücke betritt, stürzte er in die reißenden Fluten des Lötzbaches. Noch im Fallen des Jungen verdunkelte sich der Himmel, ein Blitz fuhr nieder und die Schmiede hinein. Und der junge Hirte verwandelte sich in einen riesigen zornigen Stier, bevor er für immer in die Fluten verschwand. Die Schmiede brannte bis auf die Grundmauern nieder. Der Stier und die Nymphe zogen sich in den hinteren Teil der Klamm zurück, wo sie vor der Menschheit verborgen, in der Ewigkeit vereint sind…